Die Psychiaterin Cara (Julianne Moore) ist Expertin für “multiple Persönlichkeitsstörungen”. Ihre Autorität auf dem Gebiet hat sie schon als Gutachterin in zahlreichen Gerichtsprozessen bewiesen. Ihre Kompetenz besteht vor allem darin, die Existenz dieser Störung zu widerlegen. Dann lernt sie Adam (Jonathan Rhys Meyers) kennen. Ihr wissenschaftlicher Ansatz bringt Cara hier an die Grenzen des Erklärbaren, denn Adams “multiple Persönlichkeiten” sind allzu real: Allesamt sind sie Opfer brutaler Morde geworden. Cara beginnt Nachforschungen über die Mordopfer anzustellen und mit jedem Detail, das sie herausfindet, erscheint der Fall sonderbarer.
Auf der Feindbildskala totalitärer Staaten stand die bürgerliche Familie ganz weit oben. Entsprechend wurde im “real existierenden Sozialismus” die Erziehung der Kinder weitgehend unter staatliche Kontrolle gestellt und der Einfluß der Eltern zurück gedrängt. Doch die Grenzen institutioneller Betreuung wurden rasch deutlich: Dem tschechischen Psychologen Prof. Dr. Z. Matejcek fielen schon in den 60er Jahren schwere Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen bei Jugendlichen auf, die ihre prägendste Lebensphase nicht in der Familie, sondern in staatlichen Krippen verbringen mußten. Seine Beobachtungen und Erkenntnisse, die allerdings im deutlichen Gegensatz zur familienfeindlichen Propaganda des sozialistischen Staates standen, führten zu einer Reihe von Veröffentlichungen, die weltweit wahrgenommen wurden. Darunter befand sich auch der Dokumentarfilm “Kinder ohne Liebe”, der 1963 in den Westen geschmuggelt werden konnte und auf den Filmfestspielen von Venedig mehrere Auszeichnungen erhielt. Die deutschsprachige Kurzfassung des Preis gekrönten Films war seit 1985 nicht mehr verfügbar, doch liegt sie nun als DVD der interessierten Öffentlichkeit wieder vor. Übrigens gerade rechtzeitig, um der von Politik und Medien aggressiv geführten familienfeindlichen Kampagne in Erinnerung zu rufen, daß die verheerenden Folgen kollektiver frühkindlicher Unterbringung schon vor einem halben Jahrhundert bekannt waren. Dieser Film ist als DVD erhältlich. www.dreilindenfilm.de
Video Bewertung: 5 / 5

18. Januar 2012 um 18:21
déja-vu